Alkohol in der Stillzeit
Auszug aus: "Handbuch für die Stillberatung",
Mohrbacher, Stock, 1. Auflage, September 2000, S. 619
"Das Komitee für Medikamente der Amerikanischen Akademie der Kinderärzte (1994)
sieht den Genuss von Alkohol in der Stillzeit zwar für vertretbar an,
gleichzeitig listet es aber eine Reihe möglicher Nebenwirkungen auf, die sich
einstellen können, wenn GROSSE Mengen Alkohol getrunken werden. Dazu gehören
"Schläfrigkeit ... tiefer Schlaf, Schwäche, Verringerung des Längenwachstums,
unnormale Gewichtszunahme". Zusätzlich wird vermerkt, dass eine "Alkoholaufnahme
von 1 g/kg (Körpergewicht) durch die Mutter den Milchspendereflex vermindert".
In einer Studie wurde festgestellt, dass die Babys mäßig bis stark trinkender
Mütter (eine Alkoholaufnahme, die der Menge von zwei oder mehr Gläsern täglich
entspricht) im Alter von einem Jahr mit ihrer motorischen Entwicklung leicht
hinter der Norm zurücklagen (Little, 1989). Die geistige Entwicklung entsprach
in beiden Gruppen der Norm."
Auszug aus
„Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit", Spielmann, Schaefer, 6.
Auflage, 2001, S. 577
„Die Alkoholkonzentration in Blut und Muttermilch verläuft annähernd parallel.
Auf diese Weise erhält der voll gestillte Säugling rund 10 % der
gewichtsbezogenen Alkoholmenge seiner Mutter. Alkohol kann den Geschmack der
Muttermilch verändern und deshalb zu Trinkschwierigkeiten führen. Trotz
geringerer Aktivität der Alkoholdehydrogenase im frühen Säuglingsalter und einer
im Vergleich zum Erwachsenen nur halb so hohen Eliminationsgeschwindigkeit
verursacht die bei gelegentlichem und geringem Alkoholkonsum (z.B. 1 - 2mal
wöchentlich ein Gläschen Sekt) übergehende Alkoholmenge nach heutigem Wissen
keine Schäden beim Säugling."