Jod in der Muttermilch
Jod ist in der Muttermilch enthalten. Der Jodgehalt der
Muttermilch lässt sich durch die Ernährung der Mutter beeinflussen (im Gegensatz
zum Eisengehalt). Es ist also wichtig, dass die stillende Mutter selbst genügend
Jod zu sich nimmst. Im Buch "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit",
Spielmann, Schaefer, 6. Ausgabe,2001, Seite 255 steht folgendes:
„In der Stillzeit liegt der Jodidbedarf der Mutter bei 260 µg/Tag. Für Säuglinge
bis zum Alter von 4 Monaten wird eine Tagesmenge von 50 µg Jodid empfohlen, für
Frühgeborene 30 µg. Eine Jodsupplementierung muss in Jodmangelgebieten, dazu
gehört auch die Bundesrepublik Deutschland, während der Stillzeit gewährleistet
sein. Mittels Diät, also jodiertem Speisesalz, wöchentlichen
Meeresfischmahlzeiten etc., kann das schwierig sein, wenn der Gehalt des
jodierten Speisesalzes der mit 15-25 µg/g um etwa 50 % unterhalb der
erforderlichen Menge liegt, jodierte Nahrungsmittel noch die Ausnahme sind und
der regelmäßige Verzehr von Meeresfischen nicht den Geschmack trifft.
Zusätzliche Einnahme von Jodidtabletten ist daher sinnvoll, um den o.g. Bedarf
zu decken. Eine neuere Untersuchung bestätigt, dass ein solches Vorgehen den
tendenziell zu niedrigen Jodidgehalt der Muttermilch signifikant anhebt,
allerdings immer noch nicht im erwünschtem Umfang: Bei Frühgeborenen konnte die
täglich mit der Milch übergehende Menge nur auf 12 µg/kg gesteigert werden (Seibold-Weiger
1999). .... Empfehlungen für die Praxis: Eine ausreichende mütterliche
Jodsupplementierung (etwa 260 µg/Tag ist im Interesse von Mutter und Kind
anzustreben. Risiken einer Jodüberladung des Kindes via Muttermilch sind in
diesem Dosisbereich nicht zu erwarten. ..."
"Großflächige Anwendungen von jodidhaltigen Desinfektionsmitteln wie Povidonjod
(Chanoine 1988) und Kalium jodatum als Expektorans können zu einer relativ hohen
Dosis an freiem Jod in der Muttermilch führen und so beim Säugling eine Hemmung
der Schilddrüsenfunktion verursachen."
"... Jodhaltige Desinfektionsmittel sollten nur auf kleinen Wunden angewendet
werden..."