Starker Milchspendereflex - was tun?
Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der
Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir sich eine Windel
zum Auffangen der Milch hin) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu
stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt.
Weitere Möglichkeiten bei einem starken Milchspendereflex sind:
Erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der
gestauten Milch und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes
freigegeben wird. Wenn du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst,
verschlimmert sich das Problem noch weiter.
Biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Dieser Vorschlag passt nicht zu dem, was
üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es, die Brust weniger zu
stimulieren. Wenn das Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein,
dass du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei
Stunden anbietest, bevor du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust
zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest du gerade soviel Milch
ausstreichen, dass du dich wohl fühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr
anzuregen.
Stille dein Baby, wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht
so stark saugen wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger
intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark.
Versuche verschiedene Stillpositionen (auch das Berg-auf-Stillen, dazu hältst du
dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze.
Beim Stillen im Rückengriff lehnst du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff
stützt du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich,
möglichst bequem sitzend, zurück. Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner
Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest du im Liegen
stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.)
Lass das Baby oft aufstoßen.
Vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller
lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird
dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte
Baby kräftig saugen wird.
Falls dein Baby eine Flasche oder einen Schnuller bekommt, kann es auch sein,
dass es mit dem Wechsel zwischen den beiden Saugtechniken nicht zurecht kommt
und nun deshalb an der Brust frustriert reagiert.